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Dürfen beide Elternteile kommen?
Ja sicher. Sie sollen die Freiheit haben, allein oder zu zweit zu kommen. Ganz nach Ihren Möglichkeiten und nach Ihrer Befindlichkeit. Es käme uns nie in den Sinn, nur ein Elternteil im Kurs zuzulassen. 

Gibt es die ideale Wassertemperatur?
Ideale Wassertemperatur ist 33/34°. Die Luft sollte nicht unter 30° sein.

Welche Bekleidung haben Babys idealerweise an?
Babys müssen ein Höschen tragen, um eventuelles Einkoten "in Grenzen" zu halten. Entsprechend sollten die Höschen an den Beinchen gut anliegen. Wir empfehlen ganz einfache Babybadehöschen; sie haben mit Abstand das beste Preis-Leistungs-Öko-Verhältnis. 
Wer Wegwerf-Badewindeln benützen will, muss wissen, dass sie die Bauchlage behindern, weil sie einen unnatürlichen Auftrieb haben.
(Tipp fürs "Umweltgewissen": Man kann die Windeln trocknen und mehrmals verwenden). Badewindeln halten den Urin nicht zurück - wie oft angenommen. 

Wie reagieren Babys auf das Element Wasser?
Sehr verschieden. In einem Hallenbad ist nicht nur die Fülle des Wassers neu, sondern auch die Umgebung, Lichtreflexe, Töne. Die Mehrheit der Babys bewegt sich spontan und geniesst das nasse Element. Etwa ein Fünftel zeigt anfangs leichte, meist schnell vorübergehende Reaktionen, wie angezogene Ärmchen, Fäustchen, kritischer Blick und nach unten abgewinkelte Beine in der Bauchlage. Dieses Zögern legen diese Babys nach wenigen Minuten oder im Verlauf der ersten Kursstunde ab. Nur ganz Wenige reagieren mit Weinen oder Klammern und entspannen sich erst beim 2. oder 3. Mal.

Gibt es ein ideales Alter?
Das goldene Babyschwimmalter ist 8-11 Monate.  In diesem Alter haben sie die ideale Aufnahmefähigkeit für das Geschehen im Wasser und alles Drumherum. Unsere Kurse beginnen mit 4 Monaten und in Ausnahmefällen nehmen wir auch schon Babys ab 3 Monaten. Darunter raten wir eher ab, weil der Überforderungsgrad im Verhältnis zum Wohlfühlgrad zu hoch ist.

Was lernen die Babys?
Im eigentlichen Sinn lernen, tun nur die Eltern. Sie lernen Haltegriffe, Bewegungen, Spiele, kleine Rituale, Lieder. Als gelungen bezeichnen wir eine Stunde, wenn wir gemeinsam mit den Eltern eine liebevolle, gelassene und heitere Atmosphäre schaffen kann. Mehr braucht das Baby nicht, weil dieses wohlige Sein im Wasser alles zur Entfaltung bringt. Wir versuchen zu vermitteln, dass das Baby nichts können muss. Die Wasserbewegungsspiele verstehen wir als eine Einladung an das Baby. Inwieweit das Baby der Einladung folgt, ist Sache des Babys und sollte in jedem Fall akzeptiert werden.
Gerne weisen wir Sie auf einen überaus interessanten Vortrag des Hirnforschers Prof. Dr. Gerald Hüther hin.
"Was prägt uns? "



Fördert das Babyschwimmen die Entwicklung eines Kindes?
Sicher ja, denn Babyschwimmen ist Zuwendung, Hautstimulation und eine Fülle weiterer sensomotorischer Reize. All das wirkt sich positiv auf die Entwicklung eines Kindes aus.
Förderung ist ein reizvolles Wort und wird gerne verwendet. Man muss jedoch ganz gut hineinspüren, um welche Qualität es sich tatsächlich handelt. "Fördern" heisst für uns: Das gedeihliche Wachstum des Babys unterstützen UND seiner Selbstentfaltung nicht im Wege zu stehen. Letzteres ist die eigentliche Kunst, da es hier weniger um "förderliche" Anregungsreize geht, sondern mehr um die gedeihliche Atmosphäre. Was ist das?   Das Spiel, das Verweilen, das Sein, das Gewahrsein. Diese Philosophie hat sich erst im Lauf der Zeit bei Kristina Pfister entwickelt. Als sie 1990 die Ausbildung machte, übernahm sie zunächst ungefragt das Förderdenken. Der Blick war dabei nach vorn gerichtet. Das zu erreichende Ziel - in der Zukunft - war wichtiger als das Hier und Jetzt. Der Zukunft entgegenzulaufen, heisst aber das Jetzt zu verpassen. Und was noch viel wichtiger ist: In einem auf Leistung ausgerichteten Kurs verändert sich die Atmosphäre negativ und ist weniger gedeihlich. Das „Im-Jetzt-Leben“ lernen uns die Babys. Unsere Philosophie fürs Babyschwimmen lautet deshalb: Wenn du das Sein im Jetzt zulässt, entsteht das Werden von selbst. Konkret heisst das, die Momente im Wasser geniessen, die Sanftheit des Elements wahrnehmen, sich voll auf das einlassen, was gerade geschieht, an dem Erleben des Kindes teilhaben und vermitteln: du bist die beste Ausgabe deiner Selbst. Diese feine Unterscheidung ist für uns zentral. 

Leiten Sie die Eltern zum Tauchen der Babys an?
Nein. Wir haben uns sehr intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. Wir haben verschiedene Schulen besucht und die Meinung von Fachleuten eingeholt. Wir haben auch mit unseren eigenen Kindern das Tauchen ausprobiert. Sie haben reagiert, wie die meisten Babys, wenn sie getaucht werden: Das Lachen und das Vergnügen, das das Kind über Wasser zeigte, war auf einmal weg, es war verwirrt und irritiert. 

Das Fazit unserer Erfahrungen und Beobachtungen ist:

- Wir leiten nicht zum Tauchen an.

- Wir haben vor dem Leben im allgemeinen und vor dem eines Babys im speziellen grossen Respekt und könnten es nicht verantworten, dieses Leben in irgendeiner Weise zu gefährden.

- Es gibt keinen erwiesenen Nutzen des Tauchens. (Quelle: Interverband für Schwimmen, www.swimsports.ch.)

- Babys sind in der Regel vom Wasser und vom Baden im Wasser fasziniert. Es ist ein sichtliches Vergnügen. Diese Freude, dieses Wohlsein, dieses Staunen lässt sich durchs Tauchen nicht steigern.

- Nicht alles was MACHBAR ist, ist auch gut. Auch wenn die Photos der Babys unter Wasser noch so spektakulär aussehen. (Viele vergessen übrigens, dass wir durch eine Unterwasserkamera oder Taucherbrille scharf sehen – der Tauchende ohne Brille sieht nur schemenhaft).

- Wir tragen als Kursleiterinnnen eine grosse Verantwortung: Handlungen anzuleiten, die die Gesundheit gefährden – siehe Beispiel in Genf: Bericht des PulsTipp (11/02) über einen beinahe tödlichen Unfall beim Babytauchen – kann ich nicht vertreten. Als Kursleiterin müssen wir das Wohl aller Babys im Auge haben, denn das Tauchen „gelingt“ nur bei einem kleinen Teil der Babys. Tauchen gehört in den Verantwortungsbereich der Eltern. Wenn es dort stimmt, stimmt es auch für uns.

- Aus der Arbeit mit Eltern wissen wir, dass viele Mütter/Eltern im Umgang mit dem Baby verunsichert sind. Aus dieser Unsicherheit heraus verstärkt sich die Tendenz,  anderen „Autoritäten“ mehr oder weniger blind zu folgen. Die „innere Expertin“ und ein Gefühl für eine stimmige oder nicht-stimmige Situation wird weniger deutlich wahrgenommen. Dieser Tatsache müssen wir als Kursleiterinnen Rechnung tragen. Uns ist das ein wichtiges Anliegen. Wir achten also sehr darauf, dass kein Gruppen- oder Leistungsdruck entsteht – im Gegenteil, wir finden es wichtig, das Selbstvertrauen und die Intuition zu fördern, und eigene Grenzen wahrzunehmen. 

Aus unserer Sicht soll Babyschwimmen dem Baby folgendes vermitteln:

- ich ermögliche dir die Erfahrung der vielseitigen Facetten des Wassers 

- ich schaffe für dich einen sicheren Rahmen für diese Erfahrungen

- ich bin gern mit dir im Wasser und schenke dir Zeit und Zuwendung

- ich gehe auf Dich ein und stelle weder meinen Ehrgeiz noch meinen Stolz über deine Bedürfnisse

Haben die Babys Angst vor dem Wasser?
Wir haben uns diese Frage auch immer wieder gestellt, denn auch die Wissenschaft hat keine eindeutigen Antworten. Nach unseren Beobachtungen (im Warmbad bei 34° C und bei ruhiger Atmosphäre) zeigen ca. 70% der Babys keine oder fast keine erkennbaren Angstsignale, weder beim Betreten des Bassinraumes, noch beim anfänglichen Sitzen am Rand und auch nicht wenn sie ins Wasser „gehen“. Ihr Gesichtsausdruck ist freundlich, erwartungsvoll, neugierig. Sie geniessen das Element und bewegen sich im Wasser spontan. Circa 20% zeigen leichte, meist schnell vorübergehende Angstreaktionen. Angezogene Ärmchen, Fäustchen, kritischer Blick und nach unten abgewinkelte Beine in der Bauchlage. Wir würden es als „zögern“ oder Vorsicht bezeichnen. Diese Vorbehalte legen die Babys nach wenigen Minuten oder im Verlauf der ersten Stunde ab. Die restlichen 10% zeigen die gleichen Reaktionen wie vorher genannt, nur stärker und langanhaltender. Einige weinen und klammern sich an die Mutter/den Vater. Diese Kinder machen dann erst beim 2. oder 3. mal „den Knopf auf“. Dass ein Baby im Lauf eines Kurses gar nicht aufmacht ist selten.

Gibt es wasserscheue Kinder?
Wenn ein Kind zwischen 1 und 3 Jahren „wasserscheu“ reagiert, ist dies ganz normal. Etwa die Hälfte der Kleinkinder sind in dieser Phase zurückhaltend. Zwischen drei und vier Jahren erwacht dann ihre Liebe für das Im-Wasser-sein (wieder neu). In diesem Alter ist ein häufiger Besuch im Hallenbad oder in der Badi empfehlenswert, damit die Kinder dann mit 4-6 Jahren via Hundecrawl „schwimmen“ und/oder tauchen können.

Diese Angaben haben nicht für alle Kinder Gültigkeit. Kinder reagieren sehr verschieden. Ich bin auch immer wieder über die Bandbreite ihres unterschiedlichen Verhaltens erstaunt. 

Warum kommen  Eltern ins Babyschwimmen?
Das Wassererlebnis steht im Vordergrund, doch haben generell Kurse für Babys im ersten Lebensjahr - sei das nun Babymassage, Babysingen oder Babyschwimmen - eine grosse soziale Funktion. Wenn Nachbarn, Familienangehörige und Freunde fehlen, kann das Leben mit einem Baby einsam sein. Dann sehnen sich junge Mütter oft nach Kontakt und Austausch.

Gibt es Probleme im Zusammenhang mit der sanften Haut der Babys und dem Chlor im Wasser?
Wir behaupten nein. Chlor ist besser als sein Ruf. Uns wurde seitens der Eltern kein einziger konkreter Fall gemeldet, wo Chlor Probleme ausgelöst hat. Es kann sich sogar auf manche Hauterkrankungen günstig auswirken, weil Chlor ganz leicht austrocknet. Auch bei Babys mit Neurodermitis konnte ich keine Verschlechterung beobachten.

(Eigentlich ist es eine verrückte Sache mit dem Chlor. Dank Chlor oder Ozon können wir in Hallen- und Freibädern schwimmen und trotzdem hat Chlor einen schlechten Ruf. Je mehr Keime, desto mehr Chlor ist nötig. Chlor legt Keime lahm, die uns sonst krankmachen würden. Unseren Beitrag zu chlorarmem Wasser leisten wir, indem wir uns vor dem Schwimmen gründlich mit Seife waschen, denn die meisten Keime kommen von uns selbst.)

Kann Hallenbadluft zur Entwicklung von Asthma beitragen? 
Laut einer belgischen Studie aus dem Jahr 2002 können möglicherweise Reaktionsprodukte des Chlors bei Risikogruppen zur Entwicklung von Asthma beitragen. Vor allem Trichloramin, ein Reaktionsprodukt aus Chlor und dem von Badegästen eingetragenem Harnstoff, ist als asthmaauslösende Substanz in Verdacht geraten. Ob tatsächlich eine Schadwirkung auf das Lungenepithel im frühkindlichen Stadium ausgeht und diese zu Asthma führt, kann auf Grund fehlender Daten zur Wirkschwelle von Trichloramin noch nicht abschließend beurteilt werden. Besorgten Eltern von Kindern unter zwei Jahren, in deren Familien gehäuft Allergien auftreten, empfiehlt das deutsche Umweltbundesamt (UBA), aus Vorsorgegründen vom Babyschwimmen abzusehen, bis geklärt ist, ob sich der Verdacht bestätigt. Alle anderen Kinder und Erwachsene können Schwimmbäder mit einer Wasseraufbereitung nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik weiter ohne Bedenken nutzen. 



Copyright: Kristina Pfister

 














 

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