Babytauchen

Leiten Sie die Eltern zum Tauchen der Babys an?
Nein. Wir haben uns sehr intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. Wir haben verschiedene Schulen besucht und die Meinung von Fachleuten eingeholt. Wir haben auch mit unseren eigenen Kindern das Tauchen ausprobiert. Sie haben reagiert, wie die meisten Babys, wenn sie getaucht werden: Das Lachen und das Vergnügen, das das Kind über Wasser zeigte, war auf einmal weg, es war verwirrt und irritiert. 

Das Fazit unserer Erfahrungen und Beobachtungen ist:


Wir haben vor dem Leben im allgemeinen und vor dem eines Babys im speziellen grossen Respekt und könnten es nicht verantworten, dieses Leben in irgendeiner Weise zu gefährden


Es gibt keinen erwiesenen Nutzen des Tauchens. (Quelle: Interverband für  Schwimmen, www.swimsports.ch)

Babys sind in der Regel vom Wasser und vom Baden im Wasser fasziniert. Es ist ein sichtliches Vergnügen. Diese Freude, dieses Wohlsein, dieses Staunen lässt sich durchs Tauchen nicht steigern. - Nicht alles was MACHBAR ist, ist auch gut. Auch wenn die Photos der Babys unter Wasser noch so spektakulär aussehen. (Viele vergessen übrigens, dass wir durch eine Unterwasserkamera oder Taucherbrille scharf sehen – der Tauchende ohne Brille sieht nur schemenhaft).

Wir tragen als Kursleiterinnnen eine grosse Verantwortung: Handlungen anzuleiten, die die Gesundheit gefährden – siehe Beispiel in Genf: Bericht des PulsTipp (11/02) über einen beinahe tödlichen Unfall beim Babytauchen – kann ich nicht vertreten. Als Kursleiterin müssen wir das Wohl aller Babys im Auge haben, denn das Tauchen „gelingt“ nur bei einem Teil der Babys. Tauchen gehört in den Verantwortungsbereich der Eltern. Wenn es dort stimmt, stimmt es auch für uns.

Aus der Arbeit mit Eltern wissen wir, dass viele Mütter/Eltern im Umgang mit dem Baby verunsichert sind. Aus dieser Unsicherheit heraus verstärkt sich die Tendenz,  anderen „Autoritäten“ mehr oder weniger blind zu folgen. Die „innere Expertin“ und ein Gefühl für eine stimmige oder nicht-stimmige Situation wird weniger deutlich wahrgenommen. Dieser Tatsache müssen wir als Kursleiterinnen Rechnung tragen. Uns ist das ein wichtiges Anliegen. Wir achten also sehr darauf, dass kein Gruppen- oder Leistungsdruck entsteht – im Gegenteil, wir finden es wichtig, das Selbstvertrauen und die Intuition zu fördern, und eigene Grenzen wahrzunehmen. 


Aus unserer Sicht soll Babyschwimmen dem Baby folgendes vermitteln:


ich ermögliche dir die Erfahrung der vielseitigen Facetten des Wassers


ich schaffe für dich einen sicheren Rahmen für diese Erfahrungen


ich bin gern mit dir im Wasser und schenke dir Zeit und Zuwendung


ich gehe auf Dich ein und stelle weder meinen Ehrgeiz noch meinen Stolz über deine Bedürfnisse